Wenn die Europäische Union tatsächlich für 2021 ein Verbot für Mikroplastik plant und umsetzen will, so bedeutet dies für 440 Kunstrasenplätze in Hessen das Aus. „Dies kann bei allen berechtigten grundsätzlichen Umweltschutzanliegen ernstlich niemand wollen“, erklärte CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Jürgen Irmer. Er habe deshalb den Gießener Europa- abgeordneten Professor Dr. Sven Simon mit der Bitte angeschrieben, sich des Themas anzunehmen.

In den letzten Jahren seien mit Steuergeldern gezielt Kunstrasenplätze angelegt und gefördert worden, ob massiv durch das Land, ob durch die Kreise, Städten und Gemeinden, aber vor allen Dingen auch durch die Vereine. Diese Investitionen könnten nicht vergebens gewesen sein. Deshalb müsse es zumindest einen Bestandsschutz für die bestehenden geben und eine sehr langfristige Übergangsregelung, bis Alternativen entwickelt seien. Wenn man die Kunstrasenplätze zeitnah sperren müsste, wäre das der Tod vieler Fußballvereine, was ernstlich niemand verantworten könne und wolle. Der Kunstrasen habe sich in den letzten Jahren etabliert, da er nicht nur pflegeleicht, sondern vor allen Dingen praktisch unter allen Wetterbedingungen bespielbar sei. Außerdem die Verletzungsgefahr im Vergleich zu den in der Regel aufgegebenen Ascheplätzen deutlich niedriger.

Die Kunstrasenplätze hätten dazu geführt, die Trainingsbedingungen für viele Mannschaften auch und gerade im Jugendbereich deutlich zu verbessern und die Vereinsangebote attraktiver zu machen. Gerade kürzlich habe man eine wunderbare Anlage in Dillenburg-Manderbach eingeweiht zur Freude des Vereins, der Mannschaften und der Offiziellen. Es wäre geradezu ein Schildbürgerstreich und eine Verschwendung von Steuergeldern, müsste man diesen und andere zeitnah schließen. Man benötige aber Zeit, um echte Alternativen zu entwickeln. Dies dürfte dann allerdings nicht zur finanziellen Last der Vereine werden, denn diese hätten sich in aller Regel mit hohem persönlichem und finanziellem Aufwand an der Umwandlung von Asche- zu Kunstrasenplätzen beteiligt.

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