Immer mehr Menschen auf der Flucht – Alarmierende Zahlen zum Weltflüchtlingstag
Die Zahl der Flüchtlinge weltweit steigt seit Jahren an. Zum Weltflüchtlingstag hat der UNHCR eine aktuelle Statistik veröffentlicht. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

„Ende 2019 betrug die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen weltweit annähernd 80 Millionen, fast so viele Menschen wie Deutschland Einwohner hat. Die Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. 40 Millionen dieser Menschen sind unter 18 Jahren, 45,7 Millionen sind vertrieben im eigenen Land. Viele befinden sich auf der Flucht vor Krieg, Konflikt, Naturkatastrophen oder Verfolgung.
Die zunehmend länger anhaltenden Konflikte lassen nicht erwarten, dass die Flüchtlingszahlen sich verringern. Umso energischer müssen Fluchtursachen bekämpft werden. Dazu ist und bleibt die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet.

Überwältigende 85 Prozent der Menschen fliehen in ein Nachbarland. Die wenigsten dieser Länder verfügen über genügend Ressourcen zur Versorgung der Flüchtlinge. Die COVID-19-Pandemie trifft Menschen in meist sehr großen, überfüllten Flüchtlingslagern mit mangelnder gesundheitlicher Versorgung besonders hart. Oft ist nicht einmal sauberes Wasser verfügbar. Erforderliche Hygienemaßnahmen einzuhalten, ist kaum möglich.
Die Bundesregierung hat rasch reagiert und weitere 300 Millionen Euro für die Eindämmung der Pandemie in humanitären Notlagen zur Verfügung gestellt. Deutschland unterstützt die Vereinten Nationen und die Rotkreuz-Rothalbmondbewegung, um Risiken rasch zu verringern und insbesondere in Flüchtlingslagern konkrete Hilfsmaßnahmen umzusetzen.

Das von Bundesminister Gerd Müller rasch auf den Weg gebrachte Corona-Sofortprogramm hilft gezielt in Flüchtlings- und Krisenregionen. Im laufen-den Bundeshaushalt wurden 200 Millionen Euro umgewidmet, damit das BMZ sie dem Welternährungsprogramm und UNICEF bereitstellen kann.
Es sagt etwas aus über die humane Verfasstheit einer Gesellschaft und eines Landes, ob sie Menschen in schwerster Not und Gefahr rasch humanitäre Hilfe zum Überleben zur Verfügung stellt. Deutschland ist ein solches Land, in dem sowohl Staat als auch zahlreiche private Hilfsorganisationen nicht weg-, sondern hinschauen und konkret in Notlagen anpacken.

All dieses richtige und wichtige Engagement bleibt dennoch der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, wenn es nicht langfristig gelingt, die Lage in den betroffenen Regionen so zu stabilisieren, dass es wieder Perspektiven für die Familien in der eigenen Heimat gibt. So ist humanitäre Hilfe in Krisen zwar oft spektakulär, die nachhaltige Lösung von Konflikten und weiteren Problemen vor allem durch Entwicklung und Zusammenarbeit aber der wichtigere Beitrag für die Zukunft und auch die Würde der Menschen.“

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Michael Brand MdB

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