Berlin/Frankfurt, 2.9.2020: Bettina M. Wiesmann MdB, Dietrich Monstadt MdB (beide CDU) und Dr. Claudia Müller-Eising: „Überernährung kommt Gesundheit und Gesellschaft teuer zu stehen. Besonders Kinder und Jugendliche müssen von Anfang an präventiv sensibilisiert werden. Dies gelingt mit Transparenz, Offenheit und umfassender Bildung. Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Erziehung leisten den zentralen Beitrag, für den die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen muss“

Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann (CDU) und Dr. Claudia Müller-Eising, Geschäftsführerin der neuroneum gGmbH, hatten vorvergangenen Donnerstag geladen, um in Bad Homburg mit einem interessierten Publikum das Metabolische Syndrom zu diskutieren. Die Corona-bedingt auf 40 Teilnehmer begrenzte Veranstaltung war restlos ausgebucht. Dadurch, dass das Event als Hybridveranstaltung angeboten wurde, konnten noch 20 weitere Teilnehmer der Gesprächsrunde folgen.

Das Metabolische Syndrom ist die häufigste Krankheit der Zivilisation. Es ist auf Überernährung, genau genommen: auf schädliches inneres Bauchfett, zurückzuführen und hat bekannte, aber meist isoliert betrachtete Erkrankungen wie Diabetes, Schlaganfall, Adipositas zur Folge. Das Wissen darüber ist wenig verbreitet, ein Bewusstsein in der Bevölkerung kaum vorhanden. Dabei ist Überernährung per se als Nährboden für verschiedene Krankheiten durchaus vermeidbar.

In den Räumlichkeiten von neuroneum, wo sonst Neurorehabilitationsmaßnahmen durchgeführt werden, hatten sich Besucher aus dem ganzen Land eingefunden. Neben Dr. Müller-Eising diskutierten Dietrich Monstadt MdB, Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags, Dr. Harald Fischer, Facharzt für Innere Medizin in Frankfurt, sowie Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Chefarzt des St. Josef-Hospitals in Wiesbaden und Forscher im Bereich Infektiologie an der Goethe-Uni. Die Moderation übernahm die Bundestagsabgeordnete.

„Die Anzahl der Schlaganfallpatienten, die in unserer Reha-Einrichtung behandelt werden, nimmt rasant zu, und die Patienten werden immer jünger. Einer unserer Patienten ist erst 25 Jahre alt und leidet an den Folgen eines Schlaganfalls, der auf Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck zurückzuführen ist. Wir brauchen Ernährungslehre als verpflichtendes Schulfach“, so Müller-Eising. Der Schlaganfall sei in den meisten Fällen auf Übergewicht, insbesondere auf zu viel viszerales Fett und die daraus entstehenden Erkrankungen zurückzuführen. Immer häufiger könne ein Therapeut einen Patienten aufgrund seines Gewichts nicht mehr alleine aus dem Rollstuhl auf eine Behandlungsbank transferieren.

Wie könnte eine Strategie für Deutschland aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Dietrich Monstadt MdB aus Schwerin, der eigens angereist war, um das Panel mit seinem gesundheitspolitischen Fachwissen zu bereichern: Es sei nicht Aufgabe der Politik, Menschen in ihrer Lebensweise zu bevormunden - auch nicht im Positiven. „Wir können nicht, wie in anderen Ländern vielleicht üblich, Bürgerinnen und Bürgern „gesunde“ Verhaltensweisen aufzwingen. Das sehen die freiheitlichen Grundrechte unserer Verfassung nicht vor“, so Monstadt. Politik bilde vielmehr gesellschaftliche Prozesse, auch ein sich veränderndes Bewusstsein ab. Es gelte, auf die Eigenverantwortung des Einzelnen zu setzen und dafür geeignete Rahmenbedingungen zu setzen. „Die wichtigste Rolle kommt der Prävention zu: das richtige Bewegungs- und Ernährungsverhalten, das wir allerdings auch unterstützen müssen - durch Aufklärung und Bildung, aber auch durch eine passende Gestaltung der Verhältnisse, zB über mehr Treppen als Aufzüge in öffentlichen Gebäuden. Die im Juni auf Initiative der Union im Bundestag verabschiedete Nationale Diabetes-Strategie ist ein Meilenstein auf diesem fordernden Weg“, unterstrich Monstadt.
Wiesmann nach der Veranstaltung: „Ich freue mich, dass wir für dieses wichtige und oft noch unerkannte Thema ein so hochkarätiges, vielseitiges Podium gewinnen konnten. Als Familien- und Bildungspolitikerin nehme ich mit, dass die Prävention durch Aufklärung und Erziehung von Kindestagen an das entscheidende Fundament für einen gesunden Lebensstil bedeutet, der Wohlbefinden und Wohlergehen fördert. Den sich stark verbreitenden Wohlstandskrankheiten müssen und können wir wirksam und massiv entgegentreten. Wenn wir damit in frühen Jahren erfolgreich sind, erübrigen sich mühselige Kontroll- und Reparaturbemühungen später. Ein lohnendes Ziel für Politik und Gesellschaft!“

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