Berlin/Bergstraße, 27.07.20 – Die pandemiebedingt verringerte Ausbildungsfähigkeit vieler Betriebe und die Unsicherheit bei vielen Jugendlichen über die Zukunftsfestigkeit einer Ausbildung haben seit dem Frühjahr zu einem massiven Rückgang abgeschlossener Ausbildungsverträge geführt. Der Effekt: Bei weiterhin vielen offenen Stellen fehlen den Unternehmen die Fachkräfte von morgen und jungen Menschen fehlen Ausbildungsplätze.

„Verstärkt wird dieser Teufelskreis derzeit durch die Absage so gut wie aller Berufsmessen, durch den Wegfall der Berufsorientierung im regulären Schulunterricht und das Ausbleiben direkter Kontakte zwischen Betrieben und Kammern sowie ausbildungsinteressierten Jugendlichen“, so der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister (CDU). Besonders deutlich wurde diese Entwicklung jüngst in einer öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ des Deutschen Bundestages. Dort warnten Vertreter der Arbeitgeber, Gewerkschaften, des Handwerks und der Industrie- und Handelskammern unisono vor dem Einbruch des Ausbildungsmarktes und mahnten eine Stärkung digitaler Berufsorientierung an.

„Als CDU ist es stets unser Anliegen, jungen Menschen jede Chance zum Start in ein selbstbestimmtes Leben zu geben – Bildung ist für uns hierfür von jeher das beste Mittel“, so Dr. Meister. Die Unionsfraktion unterstützt daher die Forderung, Zugänge zu Ausbildungs- und Karriereberatung durch digitale Formen der Berufsorientierung langfristig zu stärken und dazu auf erfolgreichen Angeboten von Sozialpartnern, Kammern und Verbänden aufzubauen. Dabei gilt es, deren virtuelle Vernetzung mit regionalen Arbeitsagenturen, Schulen, Lehrern und Eltern zu stärken.

Sehr gute Beispiele gibt es hier gerade auch aus Südhessen. So fand kürzlich etwa ein virtueller Elternabend per Video-Meeting mit Ausbildungsberatern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar und Vertretern der Agentur für Arbeit Darmstadt statt. So sollen Eltern informiert werden, welche Chancen eine duale Ausbildung auch in Corona-Zeiten für ihre Kinder bietet. Sie erhalten hierbei Tipps, wie sie ihre Kinder bei der Suche nach passenden Ausbildungsplätzen unterstützen können.

Und auch für die Zielgruppe der Schüler gab es bereits Video-Meetings mit südhessischen Ausbildungsbotschaftern. Über vorgefertigte Videos und einen moderierten Videochat können die Schüler mit Azubis ins Gespräch kommen und einen authentischen Einblick in den Ausbildungsalltag erhalten.

Wie gesagt: Da viele klassische Formate der Berufsorientierung sowie Praktika coronabedingt abgesagt werden mussten, wird in diesen Zeiten besonders klar, wie wichtig alternative digitale Berufsorientierungsangebote sind.

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Dr. Michael Meister MdB

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