Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann (CDU) sieht die Schulversorgung in Frankfurt auf absehbare Zeit nur mit Hilfe privat getragener Schulen als quantitativ und qualitativ gesichert an. Dies erklärte die Familien- und Bildungspolitikerin anlässlich eines Besuchs bei der Freien Christlichen Schule in Fechenheim (FCSF) zu Wochenbeginn.

„Die Freie Christliche Schule zeigt beispielhaft, welch wichtigen Beitrag privat getragene und hier insbesondere wertegebundene Schulen zu unserer Bildungslandschaft leisten. Sie hat sich im Frankfurter Osten und weit darüber hinaus seit ihrer Gründung 1981 hervorragend etabliert. Dem steten Aufwuchs der Schülerzahlen trägt der kurz vor Fertigstellung befindliche Erweiterungsbau in der Orber Straße 4 Rechnung, der zudem wichtige zusätzliche Qualitätsmerkmale, z.B. ein technisch hervorragend ausgestattetes Selbstlernzentrum, aufweist“, freute sich Wiesmann.

Wie Schulleiter Hetterich erläuterte, kommt die Schülerschaft traditionell etwa zur Hälfte aus den Nachbargemeinden. Allerdings nehme in den letzten Jahren die Nachfrage aus Frankfurt spürbar zu, nicht zuletzt wegen des in der Stadt seit einigen Jahren bestehenden Schulplatzmangels. Die Schule lege Wert auf eine hohe soziale Qualität der Klassengemeinschaft und des menschlichen Lernumfelds für jeden einzelnen Schüler. Zugleich gehe es darum, die Kinder und Jugendlichen bei ihrer Leistungsfreude zu packen und Begeisterung für das Erkunden und Erschließen von Zusammenhängen zu wecken. Für den Erfolg der Schule spreche im Übrigen der traditionell sehr gute Abiturschnitt (zuletzt 1,92) der FCSF-Abiturienten.

Bemerkenswert sei, unterstrich Wiesmann, die von 2009 bis 2017 dem Hessischen Landtag und dort dem Schulausschuss angehörte, das Schulmodell der FCSF. „Dass jenseits der Grundschule neben dem Gymnasialzweig auch noch ein Realschulzweig besteht, trägt den Bedürfnissen verschieden begabter Kinder Rechnung und eröffnet den Schülern die Möglichkeit, bei Bedarf den Bildungsgang, aber nicht die Schule zu wechseln. Aus gesamtstädtischer Sicht sind zudem Realschulplätze aktuell besonders rar und daher besonders wertvoll. Dass der Realschulzweig sehr gute Arbeit leistet, zeigt, dass typischerweise rd. 70% der Realschüler anschließend in die gymnasiale Oberstufe wechseln.“

Wiesmann sieht sich in ihrer langjährigen Forderung, Privatschulen mehr ins staatliche Schulsystem einzubinden auch durch diesen Schulbesuch einmal mehr bestätigt. Sie gehört zu der bürgerschaftlichen Initiative, die sich für die Gründung der katholischen St. Raphael Schule einsetzt, deren avisierte 800 Gymnasialplätze mittelfristig um eine konfessionelle Grundschule und einen Realschulzweig ergänzt werden sollen. „Die Malteser als potenzieller Träger stellen mit diesem wertegebundenen und gegliederten Schulkonzept eine weitere hoch wertvolle Ergänzung der Frankfurter Schullandschaft in Aussicht, die es von allen Seiten zu unterstützen gilt. Denn auch die aktuell diskutierte Fortschreibung des Frankfurter Schulentwicklungsplans bietet nicht ausreichend Plätze für die absehbar zu beschulenden Kinder, geschweige denn ein zwischen den Bildungsgängen ausbalanciertes Platzspektrum. Es ist mir unerklärlich, wieso die Bildungsdezernentin diese flankierenden Angebote nicht freudig aufgreift und aktiv beplant! Statt pragmatisch und zukunftsorientiert auf die Herausforderungen einer wachsenden Metropole zu reagieren, werden nichtstaatliche schulische Angebote systematisch ignoriert! Stadträtin Weber, die doch selber die Vorzüge katholischer Schulbildung an der St. Angela Schule in Königstein im Taunus genoss, mahnt lieber ein hochwertiges, dabei kostengünstiges Angebot an - im Hinblick auf das verfassungsrechtlich verankerte Sonderungsverbot geradezu verantwortungslos”, kritisiert Wiesmann.

Das auf Art. 7 Abs. 4 S. 3 des Grundgesetzes beruhende Sonderungsverbot untersagt die Genehmigung von Ersatzschulen, sofern diese ihre Schüler auch nach den Besitzverhältnissen der Eltern auswählen würden. ,,Nicht ohne Grund wiederholt das Hessische Schulgesetz diese wichtige Verbot im Wortlaut (§ 171 Abs. 3). Eventuellen Sorgen vor einer Segregation ist so ein doppelter Riegel vorgeschoben. Landesweit erfüllen die christlich geprägten Schulen diese Anforderungen vorbildlich, so auch die FCSF. Anders ausgedrückt: Es besteht kein Grund für Scheuklappen vor Privatschulen. Das Bildungsdezernat muss sich endlich den Anforderungen der Frankfurter Schulentwicklung in der vollen Breite stellen! Es ist umso erfreulicher, dass z. B. im nahe gelegenen Hofheim die dortige Realschule in katholischer Trägerschaft der Bürgermeisterin Stang und stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden Stang als sehr gute Schule gilt, die zudem auch ein Wertesystem vermittele und daher ihre volle Unterstützung genießt“, so Wiesmann abschließend.

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