Anlässlich der Übergabe der Hessischen Kinder- und Jugendrechte-Charta durch die Hessische Beauftragte für Kinder- und Jugendrechte, Prof. Dr. Katharina Gerarts, an Ministerpräsident Volker Bouffier, erklärt die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann (CDU):

"Hessen dreht auf, und das freut mich außerordentlich: Im Mai hat der Hessische Landtag beschlossen, den Bürgern Artikel 4 der Hessischen Verfassung mit einem zusätzlichen Absatz zur Stärkung der Rechte von Kindern zur Abstimmung vorzulegen, und nur vier Wochen später liegen im Rahmen der Charta bereits Handlungsempfehlungen zur Ausfüllung dieser Rechte vor. Damit hat Hessen, das bisher als einziges Bundesland neben Hamburg die Rechte von Kindern und Jugendlichen nicht verfassungsmäßig verankert hatte, nun ein Komplettpaket geschnürt, dass sich im Vergleich wirklich sehen lassen kann."

Die Abgeordnete, die zugleich Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestags ist, weiter: "Ich bin froh, dass sich Frau Prof. Gerarts als erst im vergangenen Jahr berufene Beauftragte des Landes Hessen dieser Aufgabe angenommen und in wenigen Monaten zusammen mit Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen die Charta erarbeitet hat. Es ist wichtig, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Schutz, Förderung, Anerkennung und Beteiligung stärker in der Öffentlichkeit diskutiert und natürlich auch tagtäglich beachtet werden. Dafür setzt sich auch die Kinderkommission des Bundestags ein, deren Vorsitz ich vor kurzem übernommen habe."

"Das Land Hessen hat in den letzten Jahren viel erreicht beim Schutz und der Förderung von Kindern und Jugendlichen“, hebt Wiesmann hervor, die von 2009 bis 2017 dem Hessischen Landtag angehörte und für Familienpolitik und frühkindliche Bildung zuständig war. „So besitzt Hessen ein besonders vielfältiges Schulsystem, das jedem Kind Wege zur Entwicklung bietet und es zu individueller Leistung anspornt, denn genau das wollen Kinder: ernst genommen und anerkannt werden. Auch bei der Kinderbetreuung ist viel für Verlässlichkeit und gute Qualität getan worden, die ja in erster Linie den Kindern selbst zu Gute kommt. Aber im Feld der Teilhabe an den Entscheidungen im eigenen Lebensbereich, da könnte noch mehr passieren. Ich denke da weniger an die Familien, denn hier fühlen sich die Kinder ganz überwiegend anerkannt und in ihren Wünschen ernst genommen. Aber bei kommunalen Entscheidungen, die Kinder betreffen, nicht nur bei der Spielplatzgestaltung, und bei manchen Fragen im schulischen Leben könnten Kinder und Jugendliche noch deutlich stärker einbezogen werden.“

"Eine frühzeitige und altersgerechte Heranbildung von Kindern und Jugendlichen als verantwortungsbereite Menschen gerade auch außerhalb von Familie und Freundeskreis ist lebenswichtig für unsere Demokratie“, ist Wiesmann überzeugt. „Kinder, die erfahren, dass ihr Wohl und ihre Rechte beachtet werden und dass ihre Wünsche, aber auch Kritik oder Ablehnung Wirkung haben, sehen, dass es lohnt, Stellung zu beziehen und sich politisch zu betätigen. Und auch das zeigt der Entstehungsprozess dieser Charta: Kinder und Jugendliche machen, wenn sie in vernünftiger, altersgerechter Weise beteiligt werden, gute Vorschläge, von denen Erwachsene lernen können. Das stärkt nicht nur den Zusammenhalt der Generationen, sondern unsere freiheitlich-demokratische Ordnung insgesamt. Ich danke Ministerpräsident Bouffier, dass er persönlich die Charta entgegengenommen hat und damit unterstreicht, wie wichtig ihm und der ganzen Landesregierung diese Querschnittsaufgabe ist. Es ist mir eine besondere Freude, an dieser Zeremonie hier im Hessischen Landtag teilzunehmen und den Erfolg für die Kinder nach Berlin berichten zu können", schließt die Familienpolitikerin.

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